Schülerpraktikum Februar 2018

Im Februar hat die jGBM Münster wieder ein Schülerpraktikum in den Räumen der Biochemie angeboten und wir freuen uns, dass die Schülerinnen der Marienschule Münster einen Bericht aus ihrer Sicht geschrieben haben.

"Am Valentinstag verschlug es uns an das Institut für Biochemie der WWU Münster, um Forschungen zum genetischen Fingerabdruck anzustellen. Begleitet von zwei Chemiestudentinnen und einem Doktoranten haben wir unsere DNA isoliert und ausgewertet. Genauer gesagt haben wir die Gonosomen untersucht, sodass später unser Geschlecht an den Ergebnissen abzulesen war. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung und Einführung in den Versuch konnten wir uns in Kittel schmeißen und das Praktikumslabor betreten. Hier durften wir mit High-Tech-Pipetten arbeiten. Deren Handhabung will natürlich erst einmal gelernt sein, weshalb wir mit Pipettierübungen begonnen haben. Zunächst haben wir mit destilliertem Wasser geübt eine bestimmte Menge in entsprechende Behälter zu befördern. Das klingt banal, ist aber anfangs in der Praxis gar nicht so einfach. Anschließend haben wir Speichelproben genommen und diese mithilfe von dem Enzym Proteinase-K auf DNA gefiltert. Es war eine sehr interessante Erfahrung den Unterrichtsstoff auch in der Praxis erleben zu dürfen. Das Isolieren von DNA war uns schließlich in der Theorie bekannt, aber von den konkreten Abläufen im Labor hatten wir noch keine genaue Vorstellung.

Wir haben die DNA durch die Zentrifuge dann von den unwichtigen Substanzen getrennt. Da aber unser DNA-Stück nicht gereicht hat, um daraus etwas abzulesen, mussten wir die DNA mittels der PCR-Methode vervielfältigen. Die Theorie haben wir vorher noch einmal an der Tafel besprochen, bevor wir die Methode selber anwenden konnten. Mit der vervielfältigten DNA konnten wir jetzt arbeiten und diese in die Elektrophorese einsetzen, um rauszufinden, ob wir wirklich alle weiblich sind. Aber zuerst war das Mittagessen in Mensa dran.

Gut gestärkt konnten wir uns nach dem Mittagessen wieder an die Arbeit machen. Da wir nun genug DNA für die Analyse hatten, durften wir diese beginnen, indem wir die Gel-Elekrophorese vorbereiteten. Hierbei läuft die Lösung (DNA) durch ein Gel und größere Stücken bleiben weiter oben hängen als kleinere. Dadurch bilden sich Banden/Striche, die man auswertet.  Als ersten Schritt dafür mussten wir  unsere DNA ganz vorsichtig in die kleinen Geltaschen oben am Gel pipettieren und feststellen, dass es gar nicht so leicht ist die Hand ruhig genug zu halten. Anschließend legten die Studenten noch die nötige Spannung an die unsere DNA zum durchlaufen bewegt. Nun stand uns eine Wartezeit bevor. In der wir uns in zwei kleingruppen, die Labore des chemischen Instituts anschauen durften. Es war sehr interessant und spannend all die modernen Geräte zu sehen und einen Einblick in das Arbeiten in einem Labor zu erhalten .

Nach diesem kleinen Rundgang durch das Institut für Biochemie, zeigten uns die drei Studenten noch eine Power Point Präsentation und wir schauten gemeinsam ein Video zum näheren Verständnis des Versuches. Danach evaluierten wir den Tag und das Gelernte. Insgesamt waren wir alle sehr zufrieden mit dem Schülerpraktikum. Eine der Praktikumsleiterinnen dokumentierte unsere Ergebnisse photographisch unter UV-Licht, so konnten wir die Banden der Gel-Elektrophorese der PCR-Proben miteinander vergleichen.

Bei einer Frau wäre nur eine einzelne Bande zu sehen, im Gegensatz dazu würde man bei einem Mann zwei Banden unterschiedliche Größe erkennen. Wir mussten jedoch feststellen, dass nicht bei jedem von uns der Versuch klappte, weil beispielsweise eine Probe während des Versuches verunreinigt worden ist.

Am Ende bedankten wir uns und verließen das Institut mit unserem neu aufgefrischten Wissen."